Geschichte der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß

Als Werne wuchs und mit der Bebauung die Bevölkerungszahl und damit auch die der KatholikInnen wurden neue Kirchen gebaut und Gemeinden gegründet – wie im ganzen Bistum Münster.

Im Osten Wernes entstanden St. Konrad rund um den Evenkamp und dessen (ehemalige) Zechensiedlung und St.Sophia deutlich eher im Straßendorf Stockum, am Gersteinwerk groß geworden und die Marienkapelle im ländlich gelegenen Dorf Horst.

Als jüngste Gründung dieser Art wurde 1961 aus einem Pfarrrektorat von St. Christophorus die Pfarrei „St. Johannes der Täufer“ mit Pfr. Alois Ording, vormals Vikar an der Mutterkirche und 1962 am 24.6. dem Geburtsfest des Pfarrpatrons die neue Kirche geweiht.

(Die Innenstadtgemeinde hieß als frühmittelalterliches Missionszentrum des heiligen Ludgerus genauso, bevor im Mittelalter die adeligen Mönche aus Cappenberg den für sie „ritterlicheren“ Christophorus als Patron aussuchten.)

Nach  A.Ording waren 1980  Josef Pott und ab 2000 Heiner Innig Pfarrer an St. Johannes, bis zur Fusion waren Pater Peter Hannappel SSCC an St. Konrad und Pfr. Konrad Dreier an St. Sophia und in Horst in der Leitungsverantwortung.

Ende des 20. Jahrhunderts wurden überall in den katholischen Diözesen Deutschlands Überlegungen zu einem Strukturwandel der Kirchengemeinden angestellt, um dem absehbaren Gläubigen-, Ehrenamtlichen- und Priesterschwund zu begegnen.

Im Endergebnis wurden am 12.6.2006 nach sehr konstruktiven und gemeinsamen Überlegungen der Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände – verbunden mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit – die vormaligen Pfarreien St. Sophia, St. Konrad und St. Johannes zu einer neuen Gemeinde fusioniert.

 

Personelle Wirren und Umstellungen haben die Seelsorger und Ehrenamtlichen mit Geduld und Umsicht getragen.

 

Den modernen Namenspatron wählten die Ehrenamtlichen um den Bezug zur Ruhrregion, deren Arbeitswelt und zum kirchlichen Widerstand im Nationalsozialismus herzustellen. Zusammen mit einer Gemeinde in Bochum-Grumme/ Bistum Essen waren wir die einzigen Kirchengemeinden, in der jeden Tag beim Hochgebet der Hl. Messe dieser Blutzeuge der jüngsten Vergangenheit Deutschlands genannt und geehrt wird.



 

Erläuterungen zum Gemeindezusammenschluss (von Anfang 2006)

Warum kam es zu diesem Gemeindezusammenschluss?

In den 90er Jahren hat der Bischof von Münster alle SeelsorgerInnen und Pfarrgemeinderäte aufgefordert, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Absehbare Knappheit an Geld wie (Seelsorge-) Personal erzwangen diesen Schritt

1999 hat Weihbischof Dr. Josef Voß mit Gemeindevertretungen vorüberlegt. Pfarrer Dreier und Pfarrer Innig sind mit der Vorgabe, die drei Gemeinden im Osten Wernes zusammenzuführen, ernannt worden. Neben den Gesprächen und Aktionen, die die enge Nachbarschaft "JoKoSo" ermöglicht haben, hat sich erfreulicherweise auch für die Kirche in der ganzen Stadt das Gespräch intensiviert.

Im Laufe des Jahres 2004 ließ sich in Münster und Werne klären, dass unsere Stadt langfristig kirchlich in Ost und West geteilt werden wird, was nach fünf Jahren Vorlauf im Sommer 2006 am 11.Juni spruchreif wurde.

Ab da gab es die große Flächenpfarrgemeinde "Seliger Nikolaus Groß". 2005 bildete sich dazu ein Ausschuss aus Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderatsmitgliedern aller drei Gemeinden "Werne-Ost", der im Auftrag der Gemeindegremien über den Zeitablauf des Zusammenschlusses und den Namenspatron der neuen Pfarrei beschloss. Dessen Arbeit war von größter Sorgfalt und Wohlwollen geprägt.

Wer ist der selige Nikolaus Groß und warum wurde er der Namenspatron unserer neuen Pfarrei?

Aus der Liste von Namensvorschlägen, die einen Bezug zu unserer Gegend und den Kirchen haben sollten, wählten die Haupt- und Ehrenamtlichen den neuen Seligen aus dem Nachbarbistum Essen aus, da er mit dem Bergbau, der katholischen Arbeiterbewegung und der Moderne verbunden ist.



Nikolaus Groß

Auszug aus den Erläuterungen zum Gemeindezusammenschluss

Nikolaus Groß wurde am 30.09.1898 in Niederwenigern an der Ruhr geboren.

Sein beruflicher Weg führte ihn von der Arbeit in einem Walzwerk und im Bergbau unter Tage durch Fortbildung zur Tätigkeit als Arbeitersekretär des Gewerkvereins "Christliche Bergleute im Ruhrgebiet" in Schlesien und Sachsen und dann als Schriftsteller zur "Westdeutschen Arbeiter Zeitung".

1923 heiratete er Elisabeth Koch. Sie wurden Eltern von sieben Kindern. Am 12.08.1944 wurde Nikolaus Groß wegen seiner Kontakte zu Widerstandskreisen von der Gestapo verhaftet. In einem "Hochverratsprozess" vor dem Volksgerichtshof wurde er am 15.1.1945 zum Tode verurteilt. Am 23.1.1945 wurde er in Berlin-Plötzensee gehängt. Ein christliches Begräbnis wurde ihm verweigert, seine Asche in den Rieselfeldern zerstreut.

Am 7.10.2001 hat Papst Johannes Paul II. ihn in Rom selig gesprochen.

Biographie

Nikolaus Groß

30.September 1898 - 23. Januar 1945

Bergmann - Gewerkschaftssekretär - Redakteur - kath. Arbeiterführer - Vater von sieben Kindern

Schule und Ausbildung


1905 - 1912

Volksschulbesuch

ab 1912

3 Jahre Arbeit in einem Blechwalzwerk. 5 Jahre "unter Tage-Arbeit" als Bergmann. In der Freizeit: Intensiver Weiterbildung.

Ehe und Familie


24.05.1923

Heirat mit Elisabeth Koch aus Niederwenigern


1924-1939

In diesen Jahren werden dem Ehepaar Groß sieben Kinder geboren

Beruflicher Werdegang


ab 1920

Verschiedene Funktionen im "Gewerksverein Christlicher Bergleute" im Ruhrgebiet, in Schlesien und Sachsen


1927

Beginn der hauptamtlichen Tätigkeit in der KAB als Chefredakteur

1938

Endgültiges Verbot der KAB-Zeitung, Publikation von Kleinschriften

Widerstand-Hinrichtung-Seligsprechung


ab 1927

Sehr kritische Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Nationalsozialismus. Er nutzte jede Gelegenheit, um die katholischen Arbeiter vor der Gefahr des Nationalsozialismus zu warnen. Mit scharfem Blick und klaren Worten entlarvte er die Ideologie der Hitlerdiktatur. Als Mitglied des Kölner Widerstandskreises und in Zusammenarbeit mit Jakob Kaiser, Bernhard Letterhaus und Pater Alfred Delp kam er in Kontakt mit den Umsturzplänen der Widerstandskreise um Karl Goerdeler und Graf Moltke, dem Kopf des Kreisauer Kreises.


12.08.1944

Festnahme durch die Gestapo im Zusammenhang mit dem Attentat vom
20. Juli 1944. Einlieferung in das KZ Ravensbrück.

Sept. 1944

Verlegung in die Strafanstalt Berlin-Tegel.

15. Jan. 1945

Verhandlung vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler.
Verurteilung zum Tode.

23. Jan. 1945

Hinrichtung in Berlin - Plötzensee durch den Strang. Seine Leiche wurde verbrannt und die Asche verstreut.

17.06.1988

Einleitung des Seligsprechungsprozesses

7.Okt. 2001

Seligsprechung als Märtyrer in Rom durch Papst Johannes Paul II.



www.nikolaus-gross.com

 

Geschichte der fusionierten Gemeinde Seliger Nikolaus Groß 2006-2009


11.06.2006

Seliger Nikolaus Groß


17./18.6.2006

Der erste Pfarrgemeinderat wird gewählt. Die Mitglieder:

Martin Döpker, Hans-Dieter Bennemann, Andrea Milde, Hans-Ulrich Backhove, Mechthild Berger, Daniela Birkhahn, Angelika Böckenbrink, Martin Brocke, Monika Dahlhoff, Martina Derichs, Andrea Kampert, Theodor Klein, Gisela Köster, Sylvia Rüschenschmidt, Günter Schlicker, Christel Schulze-Froning, Gabriele Sickmann und Peter Spaeth.

Juli 2006

Pater Peter Hannapel verlässt die Gemeinde St. Konrad

18./19.09.2006

1. Kirchenvorstandswahlen. Die Mitglieder:

Wolfgang Bille, Bernd Budde, Christoph Klaes, Marlis Lang, Josef Meinke, Konrad Nentwig, Renate Ostrop, Robert Schulze-Kalthoff, Egon Sickmann, Franz-Josef Weimann

14.01.2007

1. Neujahrsempfang in St. Johannes

 

 

28.04.2007

1. Wallfahrt nach Lünen

29.07.2007

Pfarrer Dreier verlässt die Gemeinde St. Sophia

17.11.2007

1. Pfarrversammlung bei St. Konrad

13.01.2008

Neujahrsempfang in St. Sophia

12.04.2008

2. Wallfahrt nach Lünen

11.01.2009

Neujahrsempfang in St. Konrad

25.04.2009

3. Wallfahrt nach Lünen

 

 

08.11.2009

Die zweiten Wahlen zum Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand:

PGR:

Martin Döpker, Hans-Dieter Bennemann, Andrea Milde, Gertrud Bergmann, Daniela Birkhahn, Angelika Böckenbrink, Monika Dahlhoff, Martina Derichs, Siegrun Harlinghausen, Andrea Kampert, Theodor Klein, Gisela Köster, Sylvia Rüschenschmidt, Günter Schlicker, Peter Spaeth und Winfried Vorbeck

KV:

Wolfgang Bille, Bernd Budde, Christoph Klaes, Marlis Lang, Josef Meinke, Konrad Nentwig, Renate Ostrop, Robert Schulze-Kalthoff, Egon Sickmann, Franz-Josef Weimann