Partizipation

Kinder verbringen einen großen Teil des Tages in der Einrichtung. Den Alltag und das Zusammenleben gemeinsam mit den Kindern zu gestalten ist uns ein wichtiges Anliegen . Um selbstbestimmt lernen und leben zu können, bieten wir den Kindern die Möglichkeit, durch ritualisierte Tagespunkte (Morgenkreis/Kinderkonferenz) den Kindergartenalltag mitzugestalten.

Partizipation (Teilhabe) basiert auf Demokratie, deren drei Grundwerte Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität sind.

Es bedeutet für uns, die Kinder in möglichst viele gemeinsame Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. die Kinder lernen dabei, ihre Wünsche und Bedürfnisse, sowie ihre eigenen Ideen wahrzunehmen, auszudrücken und einzubringen.

                              "Komm, wir gehen deinen Weg"

Wir sehen Kinder als kompetente kleine Menschen, trauen ihnen viel zu, nehmen sie ernst und begegnen ihnen mit Achtung und Respekt.

Kinder teilhaben zu lassen, bedeutet aber nicht, dass Kinder alles dürfen. Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das seelische und körperliche Wohl des Kindes gefährdet ist.

Damit Partizipation in unserer Einrichtung gelebt werden kann, sind wir in unserem Handeln den Kindern ein Vorbild, damit sie anderen auch respektvoll und mit Wertschätzung begegnen können.

Damit Partizipation in unserem Kindergarten gelingt, bieten wir den Kindern verschiedene Möglichkeiten und Situationen. In unseren regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen ist uns wichtig, die Kinder mit überlegen und mitsprechen zu lassen. Wir beteiligen sie, planen zusammen, phantasieren und motivieren sie, sich auf Veränderungsprozesse einzulassen und diese auszuprobieren. Sie können Unmut und Freude ausdrücken, gemeinsam Ideen entwickeln und aushandeln. Sie erfahren eigene Grenzen, die Grenzen anderer und können Verantwortung füreinander entwickeln.

"Den eigenen Weg zu gehen, bedeutet  Mut zu haben"

Während des Freispiels haben die Kinder in vielen verschiedenen Spielsituationen die Möglichkeit, das Gruppengeschehen zu beeinflussen indem sie ihre Wünsche und Bedürfnisse, einzubringen. Sie wählen ihren Spielpartner, das Spiel und die Spielecke bzw. den funktionsraum selbst. Besonders im Rollenspiel leben die Kinder das Bedürfnis "mal etwas bestimmen dürfen" aus.

Auch in anderen alltäglichen Situationen treffen Kinder Entscheidungen, so z. B. beim freien Frühstück und Mittagessen. Sie entscheiden, wann, was und wieviel sie essen möchten.

Der Morgenkreis bietet den Kindern die Möglichkeit, sich in Entscheidungen einzubringen. Wir besprechen unter anderem den Tagesablauf und überlegen gemeinsam, wie wir den Tag weiter gestalten wollen.

Die Kinder entscheiden, an welchem Angebot sie teilnehmen möchten. Außerdem werden im Morgenkreis Gruppenregeln besprochen, reflektiert und ausgehandelt.

Der Kindergartenalltag bietet den Kindern viele Möglichkeiten der Mitbestimmung in verschiedenen Situationen.

Wir ermuntern die Kinder durch unterschiedliche Gesprächsanlässe, ihre Meinung zu entdecken, zu äußern und wir signalisieren ihnen, dass uns ihre Meinung wichtig ist.

Wir fordern die Kompetenzen der Kinder heraus, indem wir konkret nachfragen und sie motivieren, über ihre Aussagen nachzudenken. Dadurch entwickeln die Kinder ein Gespür, welche Vorschläge umsetzbar und realistisch sind und gemeinsam erforschen wir, warum sich eine Idee nicht umsetzen lässt. Wir wollen nicht nur di Interessen der Kinder aufgreifen, sondern auch ihr Interesse für neue Themen und Projekte wecken.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Kinder auf dem Lösungsweg zu begleiten und zu unterstützen, nehmen ihnen aber den Lösungsweg nicht vorweg. Kinder lernen durch Partizipation mit positiven sowie negativen Folgen ihrer Entscheidungen umzugehen und sie zu erleben.

Die gemachten Erfahrungen reflektieren wir gemeinsam.

Indem Kinder ernst genommen werden, Entscheidungen treffen, Vorschläge machen, Kompromisse erarbeiten, lernen sie viel und machen vielfältige Erfahrungen.

Wir werden ihren Kindern aktiv zuhören, Wünsche und Interessen erkennen und die Entscheidungen mittragen.

Das ist für ihre Kinder und uns ein spannender und interessante Weg, der Spaß macht, ihn gemeinsam zu gehen.

        Kinder gehen andere Wege, ihre Wege.

     Wir sind nur Begleiter, aber nicht Bestimmer!